Christiansø erreicht!

Eine unvergleichliche Segelwoche erlebten die Teilnehmer unseres Sommer-Ostseetörns. Ideale Winde, ein Schwelbrand und eine wunderschöne Insel führten zu den bislang größten Etmalen in der Vereinsgeschichte.

Am 20.06.20 begann für unsere Crew die Übernahme des Bootes bei strömenden Regen in Warnemünde. Juliane kam später, so dass bis tief in die Nacht noch Geschäftigkeit herrschte und der nächste Morgen mit Bft 4 zwar ideale Segelbedingungen bot, jedoch die persönliche Verfassung der Crew für den ersten Seetag schwierig war 😉

Als nach vielen Stunden Raumschots-Geschaukel Klintholm in Sicht kam, nahm die Crew Brandgeruch eines Kabel-/Spulenbrandes wahr; dieser schien aus dem Motorraum zu kommen. Sofort wurde der für die Hafeneinfahrt genutzte Motor ausgeschaltet, ebenso wie alle elektrischen Systeme. Ohne Segel und Motor schaukelte unsere Yacht noch stärker in den Wellen und die Crew suchte nach der Ursache des Brandgeruchs – kopfüber in allen Ecken die so eine Yacht bietet.

Trotz intensiver Suche konnte die Quelle des Geruchs nicht ausfindig gemacht werden. Alle Teile am Motor waren aber frei von Beschädigungen und so wurde der Motor gestartet und Klintholm angelaufen.

Am nächsten Morgen erfolgten weitere Tests, die alle ergebnislos verliefen. Da der Wind auf NW 4 drehte, konnten wir mit Rückenwind (bzw. erneut Raumschots) nach Glove, um dort vom Verchaterer technische Unterstützung zu bekommen.

Am dritten Tag fand ein Techniker des Verchaterers den Fehler: Fett vom Gestänge des Autopiloten ist auf die Motorsteuerung der Badeplattform getropft. Als er die Steuerung öffnete, war der typische Gestank brennender Technik beißend klar zu vernehmen. Einen Motor hatte die Badeplattform im übrigen nicht (der wurde schon früher ausgebaut); die Motorsteuerung hat man im Schiff unter Spannung belassen.

Mit dem Wissen, dass das Problem gefunden und nicht für den weiteren Törnverlauf relevant war, konnten wir in Glove ablegen und uns auf den Weg nach Nexø machen, wo wir zu den Midsommernachtsfeiern mit dem letzten Sonnenlicht eintrafen.

Nexø verlangt wie viele Häfen dort die “tallkey”-Karte, um Landstrom und die Sanitäranlagen nutzen zu können. Schade, dass man sie dort nicht am Automaten kaufen kann.

Am nächsten morgen machten wir uns nach einer kurzen Nacht früh auf, um zu den Erbensinseln zu fahren. Wir erreichten Christiansø / Fredericksø noch vor der Mittagszeit und waren von der Schönheit der winzigen Inselchen wirklich fasziniert. Das Wetter lud mit 24°C bei strahlend blauem Himmel zu einer Erkundungstour ein und die Insel zog uns in ihren Bann. Nach dem Mittagessen entschlossen wir uns spontan zu bleiben und nicht wie ursprünglich geplant weiter nach Rønne zu fahren, auch wenn das bedeuten würde, dass wir am nächsten Tag einen mit 26h wirklich langen Schlag zurück nach Warnemünde würden machen müssen.

Der Abend auf Christiansø war unvergleichlich und auch am nächsten Morgen sind wir wieder über die Inseln gelaufen, um die Eindrücke dieser einzigartigen Natur, der Festungsanlage und dem typisch dänischen Stil der Gebäude auf uns wirken zu lassen.

Die Rückreise verlief mit 26 Stunden bei 3-4 Bft achterlichen Winden planmäßig ereignislos und die nur wenigen Kurswechsel auf der weitgehend küstenlosen Route standen im auffälligen Kontrast zum bunten Leben auf dem winzigen Fleckchen Erde, dass unsere neue Lieblingsinsel geworden ist.

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